12 User sind online
330 Besucher gestern
314.836 Besucher gesamt
zurück zur Übersicht Presseinformationen
 

ECOVIN als Premium-Marke im Ökoweinbau
20 Jahre ECOVIN-Qualität ist das Kennzeichen

Oppenheim, 16.11.2005
Mit einer hochkarätigen Podiumsdiskussion zur Entwicklung des deutschen Ökoweinbaus und mit einem kulinarischen Spaziergang durch die Anbauregionen beging ECOVIN seinen
20. Geburtstag. Der Bundesverband Ökologischer Weinbau lud letzte Woche zur Jubiläumsfeier nach Frankfurt ins Holzhausenschlösschen ein.

Vorstandsvorsitzender Johann Schnell begrüßte die Gäste: „ECOVIN ist kompetent und qualitätsorientiert. Wir sind innovationsfreudig, und das hat sich auch nach 20 Jahren nicht geändert.“ Vieles, was vor 20 Jahren belächelt wurde, hat heute der konventionelle Weinbau übernommen, die Pflege des grünen Weinbergs zum Beispiel. Maßgebliche Unterschiede im Anbau bestehen jedoch nach wie vor, dazu gehört der Verzicht der ECOVIN-Winzer auf chemisch-synthetische Spritzmittel.

Die langjährige Ecovin-Vorsitzende Christine Bernhardt gab dem Verband einen Appell auf den Weg: „Ich wünsche mir, dass wir den Geist unserer Bewegung nicht verlieren; und dass wir mit Mut, Intelligenz und Geduld immer wieder Antworten auf die aktuellen Fragen des Marktes finden.“

Welche Anforderungen heute an den Ökoweinbau gestellt werden, das wurde Thema einer ausführlichen Podiumsdiskussion. Moderiert von Dr. Klaus-Peter Wilbois (Forschungsinstitut Biologischer Landbau, Frankfurt/Main), tauschten sich renommierte Vertreter der Weinbranche aus.

Peronospora und Oidium (Falscher und Echter Mehltau) - gegen diese Pilzkrankheiten hat die Weinbranche bislang nur eine naturschonende Lösung parat: pilzwiderstandsfähige Rebsorten, unter Fachleuten kurz „Piwis“ genannt. ECOVIN setzt sich, wie alle Institutionen des ökologischen Landbaus, für die gentechnikfreie Forschung und Züchtung dieser Sorten ein. Dr. Volker Jörger vom Staatlichen Weinbauinstitut Freiburg skizzierte den aktuellen Forschungsstand: „Ziel sind resistente Sorten, die nach maximal zwei Behandlungen ein gesundes Lesegut versprechen.“

Darüber hinaus ist die Akzeptanz der Verbraucher für die neuen Rebsorten unabdingbar. Weinautorin Dagmar Ehrlich plädierte dafür, die neuen Namen - wie Regent, Baron, Merzling oder Johanniter - zu kommunizieren: „Für die Weinfreunde ist die Entdeckung eines neuen, leckeren Produktes das Thema.“

Wie behaupten sich deutsche Ökoweine auf dem nationalen Verbrauchermarkt, das war ein weiterer Schwerpunkt der Diskussion.
Der Trend zur Polarisierung in billige Massenware und hochqualitative Nischenprodukte hat sich auch für den Weinmarkt entwickelt. Für ECOVIN-Winzer Paulin Köpfer ist die Richtung eindeutig: „Wir sind keine Großbetriebe. Wir leben von der Vielfalt. Wir bedienen einen Markt, auf dem Qualität und Genuss zählen, wir bieten ein hochwertiges handwerkliches Erzeugnis.“ Und ECOVIN-Winzer Johann Schnell betonte: „Dafür, dass wir mit 198 Mitgliedern so wenige sind, präsentieren wir uns bei den großen Verkostungen überproportional mit Topqualitäten“. Dies müsse vom Verbraucher noch stärker wahrgenommen werden, forderte Vinum-Redakteur Rudolf Knoll und betonte, wie wichtig die Öffentlichkeitsarbeit des Verbandes sei.

„Heute ist nicht mehr die Produktion, sondern die Positionierung am Markt die Herausforderung für die ECOVIN-Winzer“, stellte Norbert Weber, Präsident des Deutschen Weinbauverbandes, fest. Um ein politisches Sprachrohr für seine Weinbauinteressen im EU- und globalen Kontext zu haben, ist ECOVIN seit 2004 Mitglied im Deutschen Weinbauverband.

Erkennbare Profilierung und Verbrauchersicherheit - das wollen sowohl das Qualitätszeichen „ECOVIN“ als auch das neue „Biosiegel“ vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz erreichen. „Das Biosiegel wird zur Zeit von 1.400 Betrieben und für 30.000 Produkte verwendet, es ist eine Orientierungshilfe für den Verbraucher“, legte Lutz van Elk vom Bundesministerium dar. „Im direkten Kundenkontakt ist unser ECOVIN-Zeichen entscheidend“, betonte ECOVIN-Winzer Prof. Dr. Randolf Kauer. Während das Biosiegel den Hinweis auf ein Ökoprodukt gäbe, würde das ECOVIN-Zeichen das Premiumprodukt kennzeichnen.

Dagmar Ehrlich fasste zusammen: „ECOVIN ist eine Premium-Marke im Ökoweinbau, so wie es der VDP für die deutsche Weinwirtschaft ist. ECOVIN steht für standortbezogene Qualität.“ Und so waren sich die ECOVIN-Vertreter einig: Profilierung durch Qualität ist auch in Zukunft das Thema des Verbandes.

Dagmar Ehrlich
Journalistin und Weinautorin
setzt auf pilzresistente Neuzüchtungen
und auf die Neugierde der Weininteressierten
Lutz van Elk
Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
hat stets ein offenes Ohr für die Belange des Ökoweinbaus
Dr. Volker Jörger
Staatliches Weinbauinstitut Freiburg
entwickelt pilzresistente Neuzüchtungen
Prof. Dr. Randolf Kauer
Professor FH Wies-baden, Standort Geisenheim
ist nicht nur Deutschlands erster Ökoweinprofessor, sondern geht auch als ECOVIN-Winzer mit gutem Beispiel voran

Rudolf Knoll
Vinum-Redakteur
stellt eine erhebliche Qualitätssteigerung beim Ökowein in den letzten 20 Jahren fest

Norbert Weber
Präsident Deutscher Weinbauverband
ist überzeugt, dass ECOVIN starke Allianzen für seine Ziele braucht
Paulin Köpfer
Vorsitzender ECOVIN Baden
ist überzeugt, dass mehr Qualität im Einklang mit der Natur nur im Öko-weinbau zu machen ist
Johann Schnell
Vorsitzender ECOVIN-Bundesvorstand wünscht eine finanzielle und ideelle Anerkennung für die Arbeit der Ökowinzer

Streifzug durch Weinanbaugebiete und Blick auf die Zukunft des Weines

Nach der Podiumsdiskussion luden die ECOVIN-Winzer zur offenen Verkostung ein. Die Gäste konnten sich im Foyer des Holzhausenschlösschens von der Qualität und Vielfalt deutscher Weine aus ökologischem Anbau überzeugen.

Am Abend wurde ein kulinarischer Spaziergang durch die Anbaugebiete vorgenommen: Bei einem festlichen Buffet wurden die Gäste mit feinen regionalen Speisen verwöhnt. An den Tischen berieten die Winzer sie bei der Weinauswahl. Ecovin-Winzer und Gründungsmitglied Rudolf Trossen hielt eine kritische und zugleich humorvolle Rede, die bei den Zuhörern begeisterten Beifall auslöste. Nach einer Besinnung auf die Motive der Gründungszeit des Verbandes blickte er auf die Herausforderungen der Zukunft, als deren Kernproblem er den Gegensatz zwischen Weinkultur und globalisierter Weinindustrie sieht. Trossen kritisiert die Technik der Weinbereitung, die die USA anstreben: „Es herrscht dort ein Pragmatismus, durch keinerlei Romantizismen einer gewachsenen Weinkultur behindert, die das „Anything goes“ als Maxime des Handelns bevorzugt.“ Die Zukunft großer Weine sieht er nicht in der langweiligen Gleichförmigkeit von Designer-Weinen, sondern in Weinen, die Ausdruck eines bestimmten Jahres, des lokalen Wetters, der Lage, des lebendigen Bodens sind und die noch die subtile Handschrift des Winzers tragen. Die Grundlage für diese so genannten „Terroir-Weine“ ist seiner Meinung nach im ökologischen Weinbau zu finden. Sein Fazit: „Ecovin ist das Herz eines zukunftsfähigen Fortschritts in Weinberg und Keller, der Impulsgeber ökologischer und oenologischer Fragestellungen.“


Jubiläumsprodukte

Wer sich für die Anbauregionen Deutschlands interessiert, in denen Ecovin-Weingüter vertreten sind, findet eine Darstellung der Regionen in der neuen ECOVIN-Jubiläumsbroschüre. Neben einem Rückblick auf die Geschichte des Verbandes sind dort auch die Rezepte verzeichnet, die zur Jubiläumsfeier regionalstypische Weine begleiteten, zum Beispiel das Kaninchenfilet im Schwarzwälder Schinkenmantel aus Baden oder das Sektgelee auf Vanillecreme aus dem Rheingau. Natürlich gibt es dazu auch die passenden Weinempfehlungen.

Zum 20-jährigen Bestehen wurde ein ECOVIN-Jubiläumswein kreiert:
Die „Edition XX“, eine fruchtig trockene Riesling-Cuvée von der Mosel. Markus Boor (Kirchengut Wolf) brachte mit einem saftigen Riesling aus dem Steilhang feine Würze ein, Hans Dienhart (Weingut zur Römerkelter) ergänzte mit seinem Riesling aus den Schieferhängen von Maring-Noviand, Willi Ollinger fügte einen Elbling von der südlichen Mosel hinzu.

Adressen zum Bestellen der Jubiläumsprodukte:

ECOVIN-Jubiläumsbroschüre:
ECOVIN Bundesverband
Ökologischer Weinbau e.V.
Wormser Str. 162
D- 55276 Oppenheim

Tel.: 06133-1640
Fax: 06133-1609
e-Mail: info@ecovin.org
Internet: www.ecovin.org


ECOVIN-Jubiläumswein:
Mindestabnahme 3 Flaschen für je 5,90 € (0,75 l) plus Versandkosten bei ECOVIN Bundesverband oder bei

Weingut zur Römerkelter
Hans Dienhart
In der Duhr 6
D-54484 Maring-Noviand
Tel.: 06535-430
e-Mail: info@roemerkelter.de
www.roemerkelter.de


7.616 Zeichen
Abdruck honorarfrei / Beleg erbeten

Pressekontakt:
ECOVIN Bundesverband Ökologischer Weinbau e.V.
Andrea Schürgers
Wormser Straße 162, 55276 Oppenheim
Fon 06133-1640, Fax 06133-1609
E-Mail: info@ecovin.org
Internet: www.ecovin.org