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ECOVIN Stellungnahme zum Bundeszentrum Wein:
Sinnvolle Investition in zukunftsträchtigen Weinbau statt „planlose Verschwendung“
Oppenheim, 15. Dezember 2004. Die Bundesregierung plant die Gründung eines bundseigenen Forschungszentrums für Wein in Bernkastel-Kues. Als „planlose Verschwendung“ kritisierte die Bundestagsabgeordnete Julia Klöckner das Projekt, als sinnvolle Investition für einen zukunftsträchtigen Weinbau sieht es ECOVIN, der Bundesverband Ökologischer Weinbau e.V.
„Wir begrüßen die geplante Einrichtung dieses Bundeszentrums in Bernkastel, weil dort die Sichtung, Auswertung und Koordination der verschiedenen Weinbau-Forschungen in Deutschland endlich in einer Hand zusammenlaufen würden“ kommentiert Rudolf Trossen vom ECOVIN Regionalverband Mosel. Anstatt einer „planlosen Verschwendung“ sieht der Bundesverband die Chance für einen rationellen und effektiven Einsatz der vorhandenen knappen Finanzmittel. Das Vermeiden von Parallel-Forschungen hätte eher einen Spareffekt zur Folge. Die von Frau Klöckner behauptete Benachteiligung des konventionellen Weinbaus kann der Bundesverband ebenfalls nicht erkennen. Die bisher aufgewendeten Gelder von Bund und Land für die Forschung in diesem Bereich betragen über die Jahre hinweg mehrere hundert Millionen Euro. Die gezielte Erforschung von ökologischen Fragestellungen hat dagegen eben erst angefangen. „Besonders mit Blick auf die Schwarzfäule und andere, mit der Klimaerwärmung in unseren Raum einwandernde Parasiten und Schädlinge, muss diesem Thema verstärkt Aufmerksamkeit gewidmet werden“ fordert Peter Mentges, ECOVIN Bundesvorstand und Moselwinzer. Wenn die ökologischen Fragen in Bernkastel in den Mittelpunkt gerückt werden, wird nach Meinung des Bundesverbandes lediglich eine bisherige Schieflage in der Weinbauforschung korrigiert.
Es muss das Ziel einer zukunftsgerechten Weinpolitik sein, möglichst viele lebensfähige Weinbaubetriebe in Deutschland zu erhalten. Das kann nur mit der Natur und nicht gegen sie geschehen und gemeinsam mit den Wünschen der Bevölkerung. Letzte Woche stellte „Report München“ (Sendung vom 29.11.2004) fest, dass 51 Prozent der Proben von Obst und Gemüse in Deutschland mit Pestizidrückständen belastetet sind und bei neun Prozent die Grenzwerte überschritten werden. Die Folgen einer Industrialisierung der Landwirtschaft bringen für den Verbraucher unabsehbare Risiken mit sich. Das Bundeszentrum könnte einen Forschungs-Beitrag zu einer Reduzierung dieser Belastung beitragen.
Erstmals sollen auch verstärkt Aspekte der Verbraucherinformation und Kommunikation sowie Fragen bezüglich des Steillagenweinbaus in Bernkastel bearbeitet werden. „Wo könnte man diesen Fragen besser nachgehen als im Herzen des Anbaugebietes Mosel, dem Steillagengebiet schlechthin? Zumal die Landesregierung ebenfalls in Bernkastel- Kues ein Kompetenzzentrum Wein errichten möchte“ gibt Trossen zu bedenken.
Im Beenden der Forschung an gentechnisch veränderten Reben sieht ECOVIN kein „grünes Dogma“ wie Julia Klöckner, sondern verantwortungsvolles Handeln. Als der Beginn eines Freilandversuches mit Reben bekannt wurde, hagelte es Stornierungen von Aufträgen von ausländischen Kunden. Die so genannte „grüne Gentechnik“ hat bei den meisten Verbrauchern auch hierzulande keine Akzeptanz. „Wenn Ministerin Künast den Gentech-Versuch bei Reben in Siebeldingen beendet, handelt sie zweifellos im Sinne dieser Mehrheit und wendet Schaden von der deutschen Weinwirtschaft ab“ ist Trossen überzeugt. Der ECOVIN Bundesverband begrüßt das Vorhaben von Renate Künast insgesamt als mutigen und überfälligen Schritt in die Zukunft.
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Pressekontakt:
ECOVIN Bundesverband Ökologischer Weinbau e.V.
Andrea Schürgers
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