Seminare zum ökologischen Weinbau
Hohe Betriebsmittelaufwendungen,
Verluste an
wertvoller Bodenkrume, Nitratauswaschungen und
administrativ festgelegte
Mengenerträge haben auch
im Weinbau in den letzten
Jahren ein Umdenken herbeigeführt.
Immer mehr
Winzerinnen und Winzer
versuchen, auf chemischsynthetische
Stoffe zu verzichten
und für beste
Qualität mit der Natur zu
arbeiten.
Gerade der Weinbau ist als
Monokultur ein sehr anfälliges
System, das durch intensive
pflegerische Maßnahmen
geschützt werden
muss. Der ökologische
Weinbau bietet Maßnahmen
und Verfahren an, mit denen
die Gesundheit von Boden
und Pflanzen langfristig
gefördert und erhalten werden
kann.
In diesem Einführungskurs
werden Erfahrungen bei der
Umstellung zum ökologischen
Weinbau aufgearbeitet.
Von wissenschaftlicher
Seite werden die Anforderungen
an Boden- und
Pflanzenpflege dargelegt.
Besonderes Augenmerk wird
auf die Bodenpflege und die
Kulturtechnik im ökologischen
Weinbau gerichtet.
Die Umstellung auf den ökologischen Weinbau ist ein
ganzheitlicher Prozess, der
alle Mitglieder der Familie
und des Betriebes gleichermaßen
betrifft. Deshalb sind
alle Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter und Mithelfende
zu diesem Einführungskurs
eingeladen.
Einführungskurs
in den Ökologischen Weinbau
12.- 14.März 2007 |
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Fortgeschrittenen Seminar
Der Boden als Grundlage
26. - 28.02. 2007 |
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EU-Projekt ORWINE - Organic viticulture and wine-making
Erarbeitung von Richtlinienvorschlägen und eines Code of best organic viticulture and wine making practises
Projekt:
Im Rahmen des Projektes soll eine Bestandsaufnahme der unterschiedlichen (internationalen) Öko-Richtlinien zur Weinerzeugung erstellt werden. Weiterhin werden analytische Bestandsaufnahmen der auf dem Markt vorhandenen Weine durchgeführt sowie Marktbefragungen erstellt.
Ziel :
2009 wird es eine EU-weite Kellerrichtlinie für Weine aus ökologischem Anbau geben. Das Projekt ORWINE hat das Ziel, der EU-Kommission wissenschaftliche Grundlagen für eine Erarbeitung von Kellerrichtlinien auf EU Ebene zu erstellen. Es soll unbedingt vermieden werden, dass die neue Richtlinie an den Bedürfnissen der Winzer und an den Vorraussetzungen des Weinbaus in Deutschland vorbei geht.
ORWINE beinhaltet
- Erfassung der aktuell im ökologischen Weinbau eingesetzten önologischen Verfahren und Behandlungen in den unterschiedlichen EU-Mitgliedsstaaten
- Erarbeitung einer Anleitung zur „Guten önologischen Praxis im Öko-Weinbau“
- Ausarbeitung einer Liste der im ökologischen Weinbau notwendigen önologischen Verfahren und Behandlungsstoffe
- Vorstellung der Status Quo Analysen
- Markt und Handel
- Produzenten
- Richtlinien
- Literatur zu ökologischem Weinbau/Verarbeitung
- Konsumenten
sowie Diskussion der Ergebnisse im Rahmen nationaler und internationaler Workshops mit den nationalen Bio-Verbänden, Vertretern der Ministerien und weiteren Wissenschaftlern.
- Erstellung einer Datengrundlage als Vorschlag für die Aufnahme der Weinbereitung in Annex 6 der EU VO 2092/91 zum ökologischen Landbau
- Erarbeitung einer Grundlage für weiteren Forschungsbedarf auf dem Sektor der ökologischen Weinbereitung
Beteiligte:
Italien (AIAB - Universität Udine)
Frankreich (ITAB-INRA / ITV)
Deutschland (ECOVIN - Forschungsanstalt Geisenheim)
Schweiz (FIBL)
Zusätzliche Partner kommen aus weiteren Weinbautreibenden Ländern IFOAM EU-Group.
Hinweis : Die geplante EU-Kellerrichtlinie wird auch Thema des 2. Internationalen Symposiums „Ökologischer Weinbau“ am 23. April 2007 im Rahmen der Intervitis 2007 (22. - 26. April 2007) sein.
Link zu www.orwine.org
Hintergrund:
Bisher ist die Weinbereitung im ökologischen Anbau in der EU VO 2092/91 nicht geregelt. Die deutschen Verbände waren sich auch einig, dass dies nicht nötig sei. Andere Länder wie Italien und Frankreich dagegen haben ein großes Interesse an Richtlinien für die Weinbereitung, weil sie ansonsten ihre Verbandslabels nicht nutzen dürfen. Daher haben sie sich für eine EU-Kellerichtlinien eingesetzt.
Im Anhang VI der VO 2092/91 wird unter den allgemeinen Grundsätzen ausgeführt: "Die Teile A, B und C umfassen Zutaten, Zusatzstoffe und Verarbeitungshilfsstoffe, die bei der Aufbereitung von Lebensmitteln, mit Ausnahme von Weinen, verwendet werden dürfen..." (Konsolidierte Fassung EU VO 2092/91 vom 01.05.2004).
Für ökologisch erzeugte Weine und deren Verarbeitungsprodukte gibt es derzeit keine gesetzlichen Regelungen, die von den allgemeinen weinrechtlichen Bestimmungen abweichen (zugelassene önologische Verfahren und Behandlungsstoffe). Es gelten für diese Produkte (Wein, Schaumwein, Likörwein, Brandwein, Weinbrand, Weinessig) die allgemeinen weinrechtlichen Bestimmungen der EU VO 1493/1999 zur gemeinsamen Weinmarktordnung mit den darin festgelegten önologischen Verfahren und Behandlungen (GMO Wein - EU VO 1493/1999 Anhang IV sowie die Durchführungsverordnung1622/2000).
Die privatrechtlichen Richtlinien der Verbände des Ökologischen Weinbaus in Deutschland unterscheiden sich nur in sehr wenigen Punkten von den zugelassenen önologischen Verfahren der EU VO 1493/99.
Im Aktionsplan zum ökologischen Landbau der EU Kommission ist unter Aktion 10 eine Regelung der Weinbereitung für den ökologischen Anbau vorgesehen. Bis 2009 soll eine EU einheitliche Richtlinie zur Ökologischen Weinbereitung vorliegen.
Im Rahmen des 6. Framework Programms: „Wissenschaftliche Unterstützung der Politik" SSP4 erfolgte eine Ausschreibung zur Erarbeitung von: Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der Weiterentwicklung der EU-Rechtsvorschriften über den ökologischen Landbau, insbesondere Forschungsaspekte, die sich aus den Anhängen der EU-Verordnung über den ökologischen Landbau ergeben.
Das Projekt ORWINE im Rahmen des EU-Forschungsprogramms geht zurück auf Aktivitäten der IFOAM EU Group:
Bereits 2004 wurde von Seite der Ifoam EU Group eine Liste der im Weinbau zugelassenen Stoffe erstellt. Diese Liste basierte auf einer Zusammenstellung bzw. einem Abgleich der EU WeinVO und der EU Öko-Verordnung Annex 6, Ifoam Richtlinien. Bei den Verbänden wurde um eine Kommentierung der einzelnen Stoffe (Meinung und Notwendigkeit) angefragt, um eine interne Bestandsaufnahe über alle Bio-Verbände mit Weinbau zu ermöglichen. |