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Filtrieren und Schönen
Rebschnitt
Abfüllung
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Jungfeld
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Weinlese
  
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  Weinbau - Impressionen
 

Mit dem ECOVIN-Winzer durch das Jahr

Begleiten Sie den Winzer durch sein Arbeitsjahr! Als Beispiel für einen der rund 200 ECOVIN-Betriebe haben wir das Weingut Geheimrat Dr. Schnell im rheinhessischen Guntersblum ausgewählt. Das Weingut bewirtschaftet sieben Hektar und ist Direktvermarkter. Ökowinzer Johann Schnell berichtet regelmäßig, welche Arbeiten in Weinberg und Keller anstehen.

Frühjahr
Jungwein probieren
Im Keller wird es jetzt sehr spannend: Im Oktober wurden die Trauben gepresst, die Jungweine des Jahrgangs 2006 liegen im Fass. In den nächsten Tagen werden sie filtriert. Die Ausgangslage für den 2006er Jahrgang war zunächst nicht so positiv: viel Fäulnis, hohe Säurewerte.

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Doch mittlerweile ist die Säure schön eingebunden. Die Jungweine haben reichlich Extrakt und wirken jetzt schon sehr harmonisch. Der Vorteil vom 2006er Jahrgang wird sein, dass seine Weine weniger Alkohol, dafür aber mehr fruchtige Säure haben werden.

Filtrieren und Schönen
Wenn der Gärungsprozess abgeschlossen ist, wird der Hefetrub, der sich am Fass- oder Tankboden abgesetzt hat, vom Jungwein getrennt. Dies nennt man den ersten Abstich. Soll der Wein jetzt schon auf die Flasche gezogen werden, folgt darauf die so genannte Schönung: Ziel ist es, einen geschmacklich klaren Wein zu gewinnen. Die sich anschließende Filtration klärt den Wein.

Die Schönung mit Eiweiß entfernt unerwünschte Stoffe wie z.B. Bitter- und Gerbstoffe. Bentonite (Tonerden) entfernen das überschüssige Eiweiß, um eine Trübung auf der Flasche zu verhindern. Im ökologischen Weinbau sind einige Schönungsstoffe nicht zulässig: neue Stoffe auf Kunststoffbasis sowie die so genannte „Blauschönung“, die überschüssiges Kupfer entfernt.

Auch die Schwefelung gehört zu diesem Arbeitsprozess: Denn Schwefel verhindert die Oxidation und stabilisiert die Weine und ihren Geschmack. Ökowinzer legen Wert darauf, so wenig Schwefel wie nötig einzusetzen. Gesunde Trauben, schonende Verarbeitung und behutsamer Ausbau stärken die Balance der Weine und helfen, Schwefel zu sparen.

Die filtrierten und geschönten Weine werden auf neue Fässer gezogen und dürfen reifen: Rotweine mindestens, Weißweine längstens ein Jahr.

Es gibt auch unfiltrierte Weine. Dabei erfahren die Jungweine zunächst eine Eiweißschönung. Sie verbleiben lange in ihrem Fass, ohne Filtration. Sobald sich die Trüb- und Bitterstoffe am Fassboden abgesetzt haben, werden die Weine abgefüllt. Der Vorteil: Dieser lange ungestörte Reifeprozess kommt dem Wein zugute. Er entwickelt sich selbst, ohne technisches Eingreifen.

Allerdings – am Flaschenboden setzen sich später dann doch noch Stoffe ab. Ein kleines Weingut mit direktem Kundenkontakt kann seinen Konsumenten das Produkt mit seinen Vorzügen erläutern. Dann wird der ungefilterte Wein gut ankommen. Doch für Weingüter, die im Großhandel verkaufen, ist diese Methode nicht geeignet. Dort will der Kunde ein „perfektes“ Produkt, das sich von selbst erschließt.

Klausurtagung bei ECOVIN

Im Januar treffen sich die Mitglieder von ECOVIN zu einer zweitägigen Klausurtagung. Auch das ist wichtig: Wir besprechen die Konzepte und Aktionen für das Jahr 2007.

Rebschnitt

Mit dem Rebschnitt wird altes Holz aus dem Vorjahr heraus- und zurückgeschnitten. Wir reduzieren den Rebstock auf zwei kürzere oder eine längere Rute. Das beeinflusst den Ertrag und später auch die Qualität des Weines. Der Rebschnitt ist eine zeitaufwändige Handarbeit im Weinberg, denn sie ist nicht mechanisierbar. Wir haben sieben Hektar zu bearbeiten und beginnen schon im Januar damit, wenn die Witterung es zulässt.

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Ruten biegen

Nach dem Rebschnitt werden die Ruten gebogen. Sie werden im Halbbogen auf Draht gezogen, das gewährleistet ein gutes, gesundes Wachstum der Reben.

Flaschengut vorbereiten

Im Weingut Geheimrat Dr. Schnell arbeiten wir mit Leergutrücknahme. Unsere Kunden liefern die leeren Flaschen, wir sortieren sie und bringen sie zu einem Dienstleister in der Nähe, der sie für uns spült und sterilisiert. Das ist aufwändig. Doch das sind wir unserem ökologischen Verständnis schuldig, und unsere Kunden erwarten das auch von uns. Viele Weingüter nehmen keine Flaschen mehr zurück. Doch das könnte sich ändern, denn der Preis für Neuglas hat sich um 20 % verteuert.

Abfüllung

Im Februar füllen wir die ersten Weine ab. Portugieser als leichter junger Rotwein sowie Johanniter, Weißburgunder und Riesling als Weißweine sind dran, ungefähr 10.000 Flaschen. Als Verschluss verwenden wir Naturkork. Wir fühlen uns der nachhaltigen, ökologisch sinnvollen Bewirtschaftung der Korkeichenwälder verpflichtet.

Den abgefüllten Weinen gönnen wir noch einige Wochen Ruhe, bevor wir sie zum Verkauf anbieten. Das ist dann der nächste Schritt – die neue Weinliste und einen Kundenbrief schreiben und verschicken.

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Planung Einsaat und Düngen

Das will rechtzeitig geplant sein: die Einsaat für die Begrünung des Weinbergs im Sommer. Wir bestellen die Einsaat und den organischen Dünger. Dabei greifen wir auf zertifizierte Dienstleister zurück, die uns Produkte nach den ökologischen Richtlinien des Weinbaus liefern.

März

Bodenbearbeitung und Einsaat der Sommerbegrünung

Jetzt ist es Zeit, für die Sommerbegrünung des Weinbergs zu sorgen. Am besten werden die Arbeitsschritte Bodenbearbeitung und Direktsaat gemeinsam unternommen, damit man nicht mehrmals über den Boden fahren muss und ihn verdichtet. Ziel ist es, den Boden zwischen den Rebzeilen möglichst schonend zu behandeln und das natürliche Bodenleben anzuregen. Luft, Wasser und Wurzeln sollen den Boden durchdringen können.

Wir Ökowinzer setzen dafür die Kreiselegge ein: Sie arbeitet mit zwei horizontal drehenden Löffeln, die den Boden behutsam auflockern. Auf dem Gerät sitzt ein Saatkasten, der das Saatgut zu Boden rieseln lässt. Eine Walze drückt den Boden wieder leicht an. Denn die Saat braucht etwas Bodenschluss, damit sie nicht vom Wind weggeweht wird oder gar austrocknet.

Der Ökoweinbau setzt auf ein lebendiges Ökosystem: Daher ist die blühende Sommerbepflanzung zwischen den Rebzeilen ein Muss. Sie lockt Käfer, Spinnen, Insekten und Vögel an und sorgt für eine Artenvielfalt im Weinberg, die auch die Schädlinge in Schach zu halten hilft.

Im Weingut Schnell säen wir als blühende Sommerpflanzen Phacelia, Buchweizen, Sommerwicken und Lupinen ein. Zu unserem Einsaatmix gehören auch verschiedene Kleesorten, Luzerne sowie Sonnenblumen.

Im Mai beginnt es, im Weinberg zu blühen. Zunächst ist Phacelia in leuchtendem Lila dran, das lockt die Schmetterlinge an.

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Vertrieb

Unsere Weinliste mit den ersten 2006er Weinen ist fertig, und neue Bestellungen gehen ein. Ab jetzt fährt eine Spedition zweimal wöchentlich unsere Weine an die Kunden aus.

Mai

Pflanzenschutz

Nach den starken Regenfällen in den letzten Tagen ist es notwendig geworden, Pflanzenschutzmittel einzusetzen, nämlich Kupfer und Schwefel. Das sind organische Spritzmittel, gegen die die Pilze keine Resistenzen bilden. Bei ECOVIN haben wir allerdings die erlaubten Mengen stark beschränkt, auf 3 kg je Hektar pro Jahr. Damit liegen wir um 50 % niedriger als die gesetzlich erlaubten Mengen. Denn Kupfer reichert sich im Boden an, und daher wollen wir den Einsatz so gering wie möglich halten.

Alternative organische Mittel zu Kupfer und Schwefel werden noch getestet. Der Königsweg ist jedoch, dass immer mehr Winzer pilzwiderstandsfähige Rebsorten anbauen und der Verbraucher sie nachfragt.

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Bodenaktivierung

Das Ziel im Ökoweinberg ist es, dass das System sich selbst ohne Düngung trägt. Das funktioniert auch bei unseren Weinbergen. In diesen Tagen jedoch wollen wir Hornspäne einsetzen, die den Boden aktivieren - eine kleine Kurpackung sozusagen.

Rebblüte

Bald beginnt die Rebblüte, mit einem ganz zarten Duft. Reben sind Selbstbestäuber, sie müssen keine starken Duftstoffe einsetzen, um Insekten anzulocken.

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Juni

Ausbrechen, Entblättern und Heften

Zur Zeit ist viel Handarbeit im Weinberg angesagt: Zum einen werden die Stammaustriebe entfernt. Würden wir sie belassen, würde der Rebstock wie ein Busch wachsen. Die Stammtriebe würden dem Stock Kraft entziehen, und die wird ja für die Trauben gebraucht. Auch besonders schnell wachsende Triebe werden an den Spitzen gekürzt. Denn sie verbrauchen mehr Energie als sie produzieren können.

Die Reben sind mittlerweile verblüht und die Trauben sind so groß wie Schrotkörner. Sie haben sich gut entwickelt, und wir hoffen, dass das feuchtwarme Klima von einem warmen trockenen Wetter abgelöst wird. Insgesamt ist der Vegetationsstand in unseren Weinbergen knapp drei Wochen vorgezogen im Vergleich zum Schnitt der Vorjahre. Das heißt auch, dass wir unseren Urlaub im August früher nehmen werden.

Damit die jungen Trauben genügend Licht und Belüftung haben, entfernen wir einen Teil des Blattwerkes. Dafür gibt es bereits maschinelle Hilfe. Doch der nächste Schritt, das Heften, ist wieder manuelle Arbeit.

Die Triebe haben ihre maximale Länge erreicht. Jetzt werden sie eingeordnet, eingesteckt und geheftet. Dafür werden die Drähte auf die richtige Höhe gebracht. In der Hauptwachstumszeit von Mai und Juni wird das Einordnen und Heften alle zwei Wochen vorgenommen.

Begrünung und Pflanzenschutz

Die Begrünung hat sich bei uns in diesem Jahr nicht gut entwickelt, der Wassermangel ist im Frühjahr zu groß gewesen. Jetzt lassen wir im Wechsel eine Rebgasse offen zum Bearbeiten, die zweite wird gemulcht.

Pflanzenschutz ist notwendig, alle acht bis zehn Tage spritzen wir gegen Pilzinfektionen. Keine chemisch-synthetischen Mittel, dafür Schwefel und Präparate wie Backpulver, Tonerde und Schachtelhalmextrakt. Genaue Beobachtungen und Prognosen helfen, die Anwendungen auf das notwendige Maß zu reduzieren.


Juli

Qualitätsarbeiten

Heften ist auch im Juli immer noch ein Thema. Und das Ausdünnen: Dabei schauen wir uns an, wie viele Trauben am Stock hängen. Was zu viel ist oder zu dicht hängt, wird herausgeschnitten. Das macht sich später in der Qualität des Traubengutes bemerkbar. Außerdem ist auch wieder der Laubschnitt angesagt. Wir setzen dafür eine Maschine ein, an den Steilhängen der Mosel jedoch müssen die Winzer dafür mit einer Sichel arbeiten.

Wintereinsaat

Allmählich wird es Zeit für die Wintereinsaat. Jede zweite Zeile im Weinberg wurde ja zum Befahren offen gelassen. Jetzt soll sie für den Winter begrünt werden, damit der Boden nicht ausschwemmt und neuen Humus bilden kann. Wir werden Buchweizen, Phacelia, Winterrübsen und Senf einsäen, wenn es das Wetter zulässt.

Pflanzenschutz

Zur Zeit wird alle acht Tage gespritzt. Für die Schwefelpräparate ist jedoch bald Schluss. Denn sie dürfen nur bis 56 Tage vor der Ernte ausgebracht werden. Und so, wie dieses Jahr die Wetterverhältnisse sind, kann es durchaus sein, dass wir schon Anfang/Mitte September mit der Ernte beginnen. Die Regenttrauben beginnen sich bereits zu verfärben, was einen Vorsprung von 23 Tagen im Vergleich zum Vorjahr bedeutet.

Keller

Im Keller werden jetzt wieder Rotweine abgefüllt. Allmählich haben die Roten des Jahrgangs 2006 die richtige Reife erreicht.

Engagement für den Klimaschutz

Am 7. Juli findet der Live-Earth-Gipfel statt. In Zusammenarbeit mit dem World Wide Fund berichten Bauern und Winzer in Hamburg über die Auswirkung der Erderwärmung auf ihre Arbeit. Das Weingut Schnell ist für ECOVIN mit dabei. www.liveearth.de.msn.com

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August

Abwehr der Traubenwickler

Die Weinberge sind saftig grün, und die Beeren sind gesund. Zwar haben einige extrem heiße Tage im Juli für Sonnenbrand gesorgt, aber der Schaden hält sich in Grenzen. In den letzten Wochen mussten wir die Traubenwickler abwehren. Dabei hat sich die Pheromon-Verwirrmethode gut bewährt.

Traubenwickler sind Schmetterlinge (Nachtfalter) aus der Familie der Wickler. Ihre gefräßigen Raupen schädigen die heranwachsenden Beeren und mindern den Ertrag. Bei fäulnisempfindlichen Sorten können sie auch Folgeschäden durch Botrytisbefall verursachen.

Bei der ökologischen Bekämpfung setzen wir auf die Verwirrmethode mit Duftstoffen, den Pheromonen, die im Weinberg in Ampullen ausgehängt werden. Mit den Lockstoffen der Weibchen werden die männlichen Falter so stark konfrontiert, dass sie nicht mehr in der Lage sind, die Weibchen zu finden.

Weitere Maßnahmen der Ökowinzer gegen Traubenwickler: Alles, was die Gegenspieler (wie Schlupfwespen, Florfliegen, Spinnen und Tausendfüßler) anzieht. Pflanzen im Weinberg wie Malven oder Korbblütler; Nistkästen; Hecken und Büsche für Vögel und Kriechtiere. Bei Befall können die Trauben mit Bacillus-Thuringiensis-Präparaten behandelt werden. Chemische Insektizide kommen für die Ökowinzer nicht in Frage.

Ernteaussichten

Unsere Frühensorten wie den Frühburgunder werden wir schon in der ersten Septemberwoche ernten. Die Rieslinge haben durch die kalten Nächte eine Reifeverzögerung erfahren. Wir werden sie voraussichtlich Ende September/Anfang Oktober lesen.

September

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Beginn der Lese

Jetzt ist es so weit: Am 30. August haben wir mit der Lese begonnen. Zunächst mit den Sorten Frühburgunder und Morio Muskat. Mit dem Refraktometer, einem optischen Instrument, wird der Reifegrad der Trauben gemessen. Dann wird der Lesezeitpunkt für jede Sorte bestimmt.

Im Gegensatz zu den vorherigen Jahren ist es diesmal mit zwei Wochen Erntezeit nicht getan. Die Sorten liegen in ihrem Reifegrad weit auseinander. Erst Ende September beginnen wir, den Riesling zu lesen. So wird sich bei uns dieses Jahr die Lese auf sechs Wochen ausdehnen. Wir sind, wie alle anderen Winzer auch, verpflichtet Buch zu führen. Im Herbstbuch wird die Erntezeit mit Menge, Herkunft, Lesart und Mostgewicht dokumentiert.

Unsere sieben Hektar werden überwiegend von Hand geerntet. Wir ziehen diese Arbeitsweise vor, denn wir wollen die Früchte unserer Arbeit buchstäblich mit den Händen fassen.

Immer mehr Betriebe setzen einen Lohnunternehmer ein, der die Lese mit dem Vollernter vornimmt. Der Einsatz des Vollernters ist in ebenen Lagen und auf großen Flächen gut machbar. Er ist schnell und effektiv. Wenn man vorher eine Auslese macht, also beschädigte Trauben und die Früchte der Geiztriebe entfernt, ist auch von der Qualität her nichts dagegen einzuwenden.

In den nächsten Tagen hoffen wir auf gutes Wetter. Regen wäre sehr ungünstig, die Trauben nehmen dann viel Wasser auf und faulen schneller. Wir können bereits heute vorhersagen, dass die Weine sehr individuell ausfallen werden. Das Säure-/Zuckerverhältnis ist von Rebsorte zu Rebsorte unterschiedlich. Der Frühburgunder jedenfalls erfreut uns jetzt schon mit seinen schönen fruchtigen Aromen.

Oktober

Wie der junge Wein entsteht

Keltern und Maischen

Unsere Ernte ist im vollen Gange: Die weißen Burgundersorten sind gelesen, jetzt ist der Spätburgunder an der Reihe. Bald ist auch der Riesling dran. Wir gönnen den Trauben – nach dem starken Regen in der letzten Woche – noch einige Sonnentage bis zur vollen Reife.

Und das passiert mit den Trauben, sobald sie gelesen sind: Die Behälter mit den Trauben werden in der Kelterstation entleert. Danach werden sie sofort schonend gepresst. Dadurch entsteht ein Fruchtbrei, der Maische genannt wird. Je nach Traubensorte (bei weißen Sorten bis zu vier Stunden) bleibt die Maische noch etwas stehen, damit sich die Aromen voll entfalten können. Danach wird die Maische gepresst, um den Most zu gewinnen.

Bei roten Trauben sind zwei Verfahren üblich: Entweder die Maischegärung, bei der die Maische so lange gärt, bis ausreichend Farb- und Gerbstoffe gelöst sind; der abgepresste rote Most wird dann endgültig vergärt. Bei der thermischen Maischebehandlung wird die Maische kurz erwärmt, um die Farbstoffe zu lösen; danach folgen die Kelterung und das Vergären des roten Mostes. Für Rosé oder Weißherbst wird die Maische aus roten Trauben sofort abgepresst.

Trester und Most

Nach der Pressung bleiben Trester und Most zurück. Der Trester aus den besonders guten weißen Burgundersorten wird von uns in diesem Jahr zu feinem Tresterbrand verarbeitet. Zu Weihnachten wird er seine Premiere in unserem Sortiment haben. Und was wir nicht weiter verwenden, wird als Dünger wieder in den Weinberg gebracht.

Den Most lassen wir erstmal einen Tag kühl stehen. Dann sedimentiert er, das heißt er setzt sich ab. Der klare Most wird sogleich ins Fass gepumpt; der Trub wird zunächst noch gefiltert, bevor er ebenfalls ins Fass gelangt.
Dann beginnt die Gärung. Wir setzen dafür Reinzuchthefen zu, die aus garantiert gentechnikfreier Produktion stammen. Für uns im Weingut ist es eine spannende Zeit, wie sich der neue Wein entwickelt.

November

Das Weihnachtsgeschäft beginnt

Im Keller
In unserem Weingut werden zur Zeit die letzten Rotweine vom vorhergehenden Jahrgang gefüllt. Unser 2007er hat seinen ersten Abstich, die Trennung von Hefe und Jungwein, hinter sich.

Im Verkauf
Im Kundenbrief machen wir auf die Rotweine aufmerksam: Sankt Laurent, Spätburgunder und unsere „Geheimrat Cuvée“ passen gut zu Wintergerichten und zu Wild. Wer die Weine erstmal probieren möchte, den laden wir Anfang Dezember zur Adventsverkostung ein.

Arbeiten im Weinberg
Im Weinberg gibt es auch nach der Lese noch einiges zu tun. So wird die Wintereinsaat vorgenommen, mit Winterrübsen und Wick-Roggen. Wer alte Weinbergsanlagen roden will, der tut es jetzt, vor dem Bodenfrost. Dafür wird das Geäst der Rebstöcke abgeschnitten, bis nur noch die Stümpfe übrig bleiben. Eine Maschine holt dann den Rest aus dem Boden. Über Winter bleibt die Fläche brach liegen, bis sie wieder bepflanzt wird. Am besten gönnt man dem Boden mindestens ein Jahr Ruhezeit, damit er sich erholen kann. So genannte Gründungspflanzen wie Luzerne oder der weiße Steinklee schließen den Boden auf.

Dezember

Das Weinjahr geht zu Ende

Im Keller gibt es den Abstich für die letzten Weine. Das heißt: Unsere Rieslinge, die spät geerntet wurden und lange gegoren haben, werden jetzt von der Hefe genommen. Ihnen wird Schwefel zugesetzt, um sie dann in den Fässern reifen zu lassen.

Im Weinberg hat der Rebschnitt begonnen. Dabei wird ein Großteil des im Vorjahr gewachsenen Holzes herausgeschnitten. So wird der Ertrag und damit auch die Weinqualität beeinflusst, denn weniger ist mehr.

Die letzten Auslieferungen werden getätigt. Anfang des Monats haben wir unsere Kunden zur Verkostung eingeladen. Dabei haben wir auch das Thema „Wein und Schokolade“ aufgegriffen. Gemeinsam mit unseren Gästen haben wir diskutiert, welcher Wein am besten zur Schokolade „Kaffee-Pflaume mit Speck-Krokant“ passt. Mir hat der samtige Spätburgunder am besten dazu gefallen. Wir Winzer haben ja oft eine feste Vorstellung, zu welcher Gelegenheit unser Wein getrunken werden soll. Die Kunden wollen zwar Orientierung, aber sie probieren sie auch gerne mal etwas aus.