Enthalten Bio-Weine Schwefel?
Ja. Es gibt von Natur aus keinen vollkommen schwefelfreien Wein, da Mikroorganismen im Zuge der alkoholischen Gärung Schwefeldioxid frei setzen. Saccharomyces-Hefen produzieren etwa 30 mg Schwefeldioxid pro Liter Wein, das ist der geringste mögliche Schwefelgehalt. Bei der Herstellung von Wein wird Schwefeldioxid als Konservierungsmittel eingesetzt, also zur Stabilisierung des Weines. Schwefel hemmt Mikroorganismen wie Hefen und Bakterien und verhindert, dass Wein im Kontakt mit Luftsauerstoff den Geschmack verändert. Es gibt Weine, denen kein zusätzlicher Schwefel zugesetzt wurde, diese sind allerdings nur sehr begrenzt haltbar. Ökologisch wirtschaftende Weingüter streben generell den geringst möglichen Einsatz von schwefliger Säure an. Sie achten besonders darauf, dass nur gesundes Lesegut verwendet wird. Gesundes Lesegut, schonende Verarbeitung und behutsamer Ausbau helfen Schwefel einzusparen und stärken die innere Balance der Weine.
Gesetzlich festgelegte Höchstmenge an Schwefel im Wein (gemessen als schweflige Säure):
Für Weine mit weniger als 5 g Restzucker pro Liter gilt:
175 mg/l Schwefeldioxid bei Rotwein
225 mg/l Schwefeldioxid in Weißwein und Roséwein
Für Weine mit mehr als 5 g Restzucker pro Liter gilt:
225 mg/l bei Rotwein
275 mg/l für Weiß- und Roséwein
Spätlesen, einige weiße Qualitätsweine b.A., Auslese, Beerenauslese und Eiswein können mehr enthalten (Anhang V der VO (EG) 1493/1999).
Als Faustregel gilt:
- Bio-Weine enthalten meist weniger Schwefel als konventionelle
- Rotweine enthalten weniger Schwefel weniger als Weißweine
- Trockene Weine enthalten weniger Schwefel als liebliche
Wie viel Schwefel ein Wein genau enthält, können Sie beim Händler oder Winzer erfahren.
Kupfer und Schwefel - auch im ökologischen Weinbau?
Der ökologische Weinbau verfolgt das Prinzip, die Pflanzen durch Pflanzenstärkungs- und Pflegemittel wie Algenpräparate, Pflanzenöle und homöopathische Präparate in ihrer Widerstandskraft zu stärken. Je stärker die Pflanze ist, desto gesünder ist sie auch. Dennoch gibt es Krankheiten, gegen die „kein Kraut“ gewachsen ist. Pilzerkrankungen wie der Falsche Mehltau (Peronospora) und der Echte Mehltau (Oidium) können zu einem totalen Ernteausfall führen. Bei hohem Infektionsdruck hält nur Kupfer den Falschen Mehltau in Schach. Da sich aber Kupfer im Boden anreichert und die Enzymaktivität des Bodens massiv stören kann, dringen die Ökoverbände darauf, Alternativen zu finden und Minimierungskonzepte zu entwickeln. Trotz intensiver Forschungen sind jedoch keine echten Alternativen zu erwarten. Die vorhandenen Kupfer-Präparate können jedoch erheblich verbessert werden, so dass bei höherer Wirksamkeit weniger Kupfer benötigt wird.
Die Verbände haben die Kupfermenge streng begrenzt. Nach ihren Richtlinien dürfen maximal 3 Kilogramm Kupfer pro Hektar und Jahr eingesetzt werden. Die EU-Öko-Verordnung erlaubt 6 Kilogramm.
Gegen den Echten Mehltau (Oidium) hilft am schnellsten Schwefel, als Netzschwefel ausgebracht. Zusammen mit abwehrstärkendem Wasserglas (Kieselsäure) oder auch Fenchelöl für eine bessere Benetzung ist er besonders wirksam. Sehr wirkungsvoll ist Natriumbicarbonat, gut bekannt als Backpulver. Auch einige Pflanzenextrakte wie Kräuterauszüge aus Schachtelhalm oder Knöterich zeigen gute Wirkung gegen Echten Mehltau.
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